Arbeitgeber muss Reinigung der Arbeitskleidung selbst tragen

Besonders in Hygieneberufen gelten strenge Richtlinien, welche Kleidung durch die Arbeitnehmer zu tragen ist und wie deren Reinigung zu erfolgen hat. Die Kosten für die Reinigung darf der Arbeitgeber jedoch nicht auf den Arbeitnehmer umlegen, entschied das Bundesarbeitsgericht kürzlich.

Ein Angestellter im Schlachthof bekam durch seinen Arbeitgeber Hygienekleidung gestellt, wobei dieser monatlich 10,23 € vom Nettolohn für die Reinigung abzog. Der Mann reichte eine Feststellungsklage ein, dass die Abzüge nicht rechtens sind und verlangte eine Lohnnachzahlung in Höhe von 388,74 €.

Das Bundesarbeitsgericht gab dem Arbeitnehmer ebenso wie die vorherige Instanz Recht. Die Reinigung der Hygienekleidung durch den Arbeitgeber erfolgt aus eigenem Interesse. Grundsätzlich muss ein Arbeitgeber in lebensmittelverarbeitenden Betrieben dafür sorgen, dass dem Arbeitnehmer saubere Hygienekleidung zur Verfügung gestellt wird.

Manfred Leubecher

2016-06-17T13:36:28+00:00Freitag, 17. Juni 2016|Arbeitsrecht|