Angeklagter möchte längere Haftstrafe durchsetzen

Ein ungewöhnliches Begehren ließ ein Verurteilter vor dem Landgericht Hannover verlautbaren. Hier wurde er wegen schwerer Körperverletzung zu einer 12-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er das Gesicht seiner Ex-Freundin mit Rohrreiniger verletzt und entstellt hatte, nachdem sie ihn verlassen hatte. Mit dieser Strafe ist der Mann jedoch nicht zufrieden und argumentierte, dass er in anderen Ländern die Todesstrafe für seine Tat erhalten hätte. Nun möchte er Revision einlegen, um das Höchstmaß von 15 Jahren zugesprochen zu bekommen.

Es ist zu bezweifeln, dass der Angeklagte mit seinem Vorhaben Erfolg haben wird. Der Verteidiger machte bereits deutlich, dass der Geisteszustand des Mannes getrübt sein könnte. Darüber hinaus wurde bereits ein Rechtsmittelverzicht ausgesprochen. Der Bundesgerichtshof muss nun darüber entscheiden, ob die Revision zugelassen wird. Generell ist es aber nicht möglich, dass ein Verurteilter durch eigene Revision eine härtere Strafe erhält.

Michael Kunze (Fachanwalt für Strafrecht – Jena)

2016-09-23T17:50:50+00:00Freitag, 23. September 2016|Strafrecht|